Unser Tagebuch:
Jede Woche gibt es hier eine kleine Geschichte von uns oder über uns. Die Geschichten sollen auch einen Einblick in unseren Laden geben, der ja nun schon seit über 30 Jahren existiert, und in dem, Gott-sei-Dank, immer noch "der blanke Wahnsinn in Form von Individualität " herrscht. Denn nur so macht es uns Spaß. Viel Vergnügen bei der Lektüre.
Montag, 30. Juni 2008
Der heutige Tag steht unter unserer GPS Schatzsuche,
daher fällt der Tagebucheintrag kurz aus.
Wir haben uns Mühe gemacht, die Schätze zu verstecken. Für einen Schatz muß man Bergsteiger sein, daher läuft dieser außer Konkurrenz. Ein zweiter ist am besten mit einem Tauchgerät zu finden....
Alle anderen aber sind gut zu erreichen, und mit etwas Nachdenken auch leicht zu finden.
Viel Spaß damit!
Nächsten Montag kann ich vielleicht schon über die ersten Finder berichten?
Montag, 23.Juni 2008
Wer andern eine Grube gräbt,
der sollte am besten rechtzeitig Bescheid sagen. Anders die Stadt München: 1 Tag vor Fronleichnam um 6:45 wurde die Straße zur Einbahnstraße umgeschildert, Parkverbot verhängt, und eine dubiose Umleitung, also wohl eher eine Wegleitung ausgeschildert. Um 12:00 wurde dann ein Zettel verteilt: der liebe Anwohner solle Verständnis mitbringen, die Straße würde saniert.
Decken wir das Mäntelchen des Vergessens über die unschönen Szenen, die dann folgten. Zum Abschluß der Aktion am letzten Freitag pfefferte uns ein ordnungswütiger Mitbürger unser selbst gestaltetes Umleitungsschild mit Schmackes in die Blumen vom Vorgarten.
Wichtig ist: die Alte Allee ist ab sofort saniert, die Einbahnregelung aufgehoben, die Parkplätze vor dem Laden wieder frei!
Und nicht vergessen:
nächsten Montag erscheint die Liste der Schätze für die GPS-Schatzsuche!
Montag 16. Juni 2008
plisch,platsch
Zum Testen von Regenkleidung ist derzeit bestes Wetter. Kurze Duscher von oben, überfüllte Tankstellen, aber nur solche mit weit ausladenden Dächern, riesige Straßenpfützen und gedankenlose Autofahrer, die den Fußgängern eine wahre Schwallbrause angedeihen lassen.
Beim großen Wassertest zeigen sich gerne die klassischen Schwächen: Überhosen undicht, Überhosen schwer über die Schuhe zu bekommen, Regenjacke undicht, so manche Kapuze führt wegen des engen Schnittes zum gefährlichen "Tunnelblick". Gottseidank gibt es aber auch hervorragendes Material! Etwa die illusion-Jacket, deren Kapuze sich wie ein Breitwandkino öffnet.......
Ihre Wirksamkeit für Radler beweisen die Schutzüberzüge für die Schuhe: so bleibt der Schuh auch bei der größten Wasserschlacht trocken, die Füße warm.
Bei unseren unfreiwilligen Testfahrten kamen noch 2 Dinge zum Einsatz: wasserdichte Handschuhe, da die Fahrradhandschuhe abgefärbt haben, und ein kleines Neoprenbeutelchen mit einem Kunstfaser-Handtuch, um sich am Ziel das Gesicht trocken wischen zu können.
Das A & O einer Radltour im Regen sind natürlich die wasserdichten Ortlieb-Taschen
Wer in unserem Katalog stöbert, findet bewährten Regenschutz, auch in Taschen- oder Boxenform für Handy, iPod, MP3 und mehr.
Im Regen zuhause bleiben? Warum? Es hat was, durch den Schnürlregen zu wandern, radeln, die Nässe im Gesicht zu spüren, die Landschaft dampfen zu sehen. Es ist einfach ruhig und schön, die Natur auch so zu erleben, denn ohne Wasser gäbe es kein Leben. Nur bei Gewitter, das muß ich noch sagen, ist natürlich Vorsicht angebracht!
So, und jetzt kanns auch wieder mal aufhören zu regnen!
Montag, 9. Juni 2008
.... Niederbayern
Der Tagebuchschreiber war am Wochenende mal schnell in Passau. Das Radl war auch mit dabei, ist es doch immer ein Garant für eine beschauliche und informative Reise.
So sieht der Rad-Reisende bei der Stadtdurchfahrt etwa das Plakat von Herbert Achternbusch am Bürgersteig anstelle der Bremslichter des jeweils vorausfahrenden Fahrzeuges. Achternbusch ist zwar in München geboren, aber bei der Oma im bayrischen Wald aufgewachsen.
Weder die Sammelstätte der CSU noch das Scharfrichterhaus boten am Samstag ein Programm: ein Patt sozusagen. Der Bus auf die Feste Oberhaus, von der die mittelalterlichen Herrscher gerne den aufmüpfigen Bürgern eine Breitseite auf die Dächer feuerten, der Bus fährt alle 30 Minuten, es wird englisch gesprochen, und kostet 5.- Jurouw, was sogar die Amerikaner zum Schlucken bringt, und davon gibt es jährlich über 4000.
Mit Mißtrauen hat der Tagebuchschreiber die riesigen, häßlichen, rechteckigen Party-Flundern der Donauschifferei am Steg gesehen. Man kann damit wohl nach Linz fahren, und 45 Minuten später wieder zurück. Es wird auch angeboten, im Hafen am Freitagabend warum auch immer an Bord ein Ripperl zu essen, und dann wieder auszusteigen. Oder aber nächtens eine Runde drehen und zu tanzen: das hat wohl den Vorteil, daß man sich bei Ungeschicklichkeiten auf den Wellengang rausreden kann, während die Tanzpartnerin Eisbeutel auf den Vorfuß auflegt.
Die weltgrößte Kirchenorgel mit 17 000 Pfeifen zeigt dem Zuhörer an Werktagen zwischen 12:00 und 12:30 für 4.- Euro die schmale Grenze zwischen Musik und Krach.
Ins Herz geschlossen habe ich die Bewohner der Universitätsstadt: es überwiegen die Herzlichen, die Netten, die Fröhlichen. Interesanterweise gehören von den 8600 Studenten stolze 5600 der philosophischen Fakultät an. Und diese 5600 Studiosi kommen zu 64% aus Bayern, zu 34% aus Niederbayern (!!) - davon zu 18% aus Passau, und aus dem Rest der Republik in kleinerer Formation, etwa zu 2,5% aus Hessen oder NRW. (Schon diese Statistik zeigt: Niederbayern und Bayern sind zwei Dinge. Denkbar ist höchstens eine Allianz der Zweckmäßigkeit. Weshalb ja auch der Huber dem Beckstein reinredet!)
Der Passauer ist also quasi von Natur aus ein Philosoph.
Ich kann nur raten, da mal hinzufahren. Entweder man übernachtet in der Jugenherberge beim Oberhaus, in einem der kleinen Hotels in der Altstadt, oder man zeltet oder wohnmobild auf dem Dreiflüsse-Campingplatz bei Irring, den Donauradwanderweg in Sichtweite und 10km vor der Stadt. (Daß sich der Inhaber des Platzes auf seiner Heimseite mit Herrn Florian Silbereisen abbilden läßt, hat nichts zu sagen, keine Angst, man darf auch andere Musik hören. Aber leise bitte, und nicht zwischen 12 und 14 Uhr!)
Ältere Tagebucheinträge sind im Archiv.
Sollte jemand die alten Dinger wirklich noch lesen wollen (dauert ein Weilchen zum Laden):